Station4 - Grenzstein von Rückershausen gegen Hessen
4 Grenzstein von Rückershausen gegen Hessen
Auf der östlichen Seite sind zwei Äxte erkennbar als Wappensymbol der Adelsfamilie von Rückershausen, die seit 1302 vom Kloster Hersfeld mit dem Gericht Ottrau belehnt war, auf der anderen Seite der Löwe als Wappentier der Landgrafschaft Hessen. Datiert ist dieser Stein nicht, aber da der letzte männliche Vertreter dieser Familie (Helwig von Rückershausen) 1576 starb, muss dieser Stein in jedem Fall früher gesetzt worden sein. Danach wurde die Adelsfamilie von Schwertzell als neuer Lehnsnehmer bestätigt. Ein weiterer Stein dieser Art steht am südlichen Eckpunkt des Gebietes rechts der Straße L 3157 von Ottrau nach Berfa unweit des Windrades.
Später eingraviert wurden auf der hessischen Seite die Bezeichnung G H für das Großherzogtum Hessen, welches im Jahre 1806 aus der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (H D) hervorgegangen war. Auf der anderen Seite kam ab 1868 nachträglich die Gravur K P für das Königreich Preußen dazu, nachdem die Landgrafschaft Hessen-Cassel (nach 1803 Kurfürstentum Hessen oder kurz Kurhessen genannt) 1866 nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg vom Königreich Preußen annektiert worden war. Infolgedessen wurden ältere Grenzsteine großenteils mit der neuen Gravur K P versehen.
Der Volksmund benennt diese Abkürzungen der Überlieferung nach mit „Großer Hunger“ für G H (Großherzogtum Hessen) und „Kleine Portion“ für K P (Königreich Preußen).