Station 2 - Baumpaare und Zwiesel

2   Baumpaare und Zwiesel (botanisch)

Eine Kuriosität der Natur, wie man sie an diesem Wanderweg mehrfach entdecken kann: ein Baumpaar – hier ein ungleiches Paar aus einer Lärche (links) und einer Steinbuche (rechts), die unten miteinander zu verwachsen scheinen. Durch die unterschiedlichen Baumarten ist allerdings kein echtes Zusammenwachsen möglich, es entstehen keine gemeinsamen Wasser- und Nährstoffleitbahnen, aber die Stämme können sich im Extremfall umschlingen.

Bei gleicher Baumart kann das anders sein, dann als besondere Form eines so genannten Zwiesel. „Echte“ Zwiesel entstehen dadurch, dass mindestens zwei Sämlinge derselben Baumart so nahe beieinanderstehen, dass sie im unteren Stammteil zusammenwachsen und dort gemeinsame Jahresringe bilden. Am gefällten Stamm sind solche Verwachsungszwiesel an ihrem Doppelkern erkennbar. Weiter oberhalb teilen sich die Triebe wieder und bilden eigene Kronen, die dann auch unterschiedliches Erbmaterial besitzen. „Unechte“ oder „falsche“ Zwiesel, auch Gabelungszwiesel genannt, gehen hingegen aus einem einzigen Stamm hervor und verfügen daher über einheitliches Erbmaterial.

Wenn sich zwei Sämlinge erst weiter oben treffen oder sich auch mit Ästen berühren und gegebenenfalls zusammenwachsen, nennt man das einen „Baumkuss“. Nicht selten finden sich auch Kombinationen aus Zwiesel und Baumkuss, das so entstandene Loch zwischen den beiden Stämmen wird dann als „Elfenauge“ oder auch „Engelsauge“ bezeichnet. Eine besondere Variante eines solchen ist an der Buche gleich rechts neben diesem Baumpaar zu sehen.